Bremen – Wolfsburg: Scheidewege an der Weser

Okay, mit meinem Tipp für das Spiel Schalke – Köln habe ich nicht ganz richtig gelegen. Ich gelobe Besserung. Hoffentlich kann ich es schon mit dieser Prognose wiedergutmachen.

Zum Abendspiel am Samstag treffen sich Werder Bremen und der VfL Wolfsburg im Weserstadion. Während das Spiel für Werders Interimscoach Nouri wohl die letzte Möglichkeit ist, Argumente für einen dauerhafte Anstellung als Chefcoach zu sammeln, stellt sich für Dieter Heckings Team die Frage, ob der Blick sich eher nach oben oder nach unten orientieren muss.

Es war ein bitteres Debüt für Alexander Nouri unter der Woche gegen Mainz. Sein Team fing zwar stark an und ging früh in Führung. Spätestens ab der zweiten Halbzeit übernahmen die Mainzer aber das Kommando und schnürten die Bremer in der deren Hälfte ein. Mit 14 herausgespielten Ecken stellten die 05er dabei einen neuen Vereinsrekord auf.

Dennoch sah es lange so aus, als würde sich Bremen trotz vieler Unsicherheiten in der Defensive über die Zeit retten. Aber dann traf erst Malli in der 87. Minute zum Ausgleich, bevor De Blasis die Bremer in der zweiten Minute der Nachspielzeit in die Depression köpfte.

Zu allem Überfluss wurde Nouri auch noch in seinem Bundesligadebüt wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen. Sein Platz in den Geschichtsbüchern ist ihm damit wo sicher. Sollten die Bremer nach dem Spiel gegen Wolfsburg noch immer 0 Punkte auf dem Konto haben, wird die Geschichte vom Chefcoach Nouri wahrscheinlich eine sehr kurze.

 

Der VfL Wolfsburg war mit einem Sieg und zwei Unentschieden ganz passabel in die Saison gestartet, bevor es am Dienstag eine bittere 1:5-Pleite gegen den BVB setzte. Dabei hatten die Wolfsburger nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 durchaus Chancen, das Spiel (zumindest vorerst) zu drehen. Doch mitten in der Drangphase der Wölfe erzielte der BVB den dritten Treffer. Danach nahm das Unheil seinen Lauf.

Trotzdem sah das über weite Strecken gut aus, was der VfL gegen den BVB zeigte. Und seien wir mal ehrlich: Werder Bremen ist leistungstechnisch momentan etwa so weit vom BVB entfernt wie der der VW-Konzern von seinem ehemals guten Ruf.

Für Coach Hecking wäre ein Sieg nicht nur aus tabellarischen Gründen wichtig. In der letzten Saison hatte der VfL mit namhaften Abgängen zu kämpfen, sodass dem Trainer – auch aufgrund der sehr erfolgreichen bisherigen Zusammenarbeit – die insgesamt schwache Vorstellung seiner Mannschaft verziehen wurde. Noch so eine Saison will sich der VW-Club aber nicht leisten. Ein Unentschieden oder gar eine Niederlage im Weserstadion könnte die Chefetage in Wolfsburg ins Grübeln bringen.

 

Dazu wird es aber nicht kommen. Denn bei allem Willen, den man Bremen zuletzt gegen Mainz anmerkte, spielerisch lief an der Weser wenig zusammen. Nun musste das Team neben nach den vorigen Nackenschlägen auch noch die unglaublich bittere Last-Minute-Niederlage verkraften. Wenn Wolfsburg eine ähnliche Leistung zeigt wie zuletzt gegen den BVB, werden die Niedersachsen drei Punkte aus Bremen entführen. Für einen Auswärtssieg gibt es immerhin die Quote von 1,95. Wer an ein Unentschieden oder an einen Heimsieg glaubt, könnte seinen Einsatz mehr als verdreifachen.

 

 


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