HSV – VfL Wolfsburg

Die letzten Spiele der Bundesligasaison 2016/17 stehen bevor. Und so komisch es sich zuerst auch anfühlen wird, wenn am Wochenende keine Bundesliga ist – ein wenig sehnen wir uns doch auch alle nach der Sommerpause. Ich vor allem auch, weil meine Vorhersagen in den letzten Wochen so lala waren. Viermal in Folge lag ich jetzt falsch, das hinterlässt Spuren. Zum Abschluss hoffe ich daher auf einen richtigen Tipp. Dabei versuche ich mich an der spannendsten Partie des Wochenendes – HSV gegen Wolfsburg.

Relegation oder Rettung? Diese Frage stellt sich am Samstagnachmittag für die beiden Nordklubs. Für den Hamburger SV is diese Drucksituation nichts Neues. Team, Verein und Umfeld wissen zum dritten Mal in vier Jahren vor dem letzten Spieltag noch nicht, ob es in der Folgesaison in der Bundesliga weitergeht.

Als besonders leidensfähig erweisen sich dabei mal wieder die Anhänger des Bundesliga-Dinos. Nach einer kurzen Resignationsphase stehen die Fans mittlerweile wieder voll hinter der Mannschaft. Auch am Samstag dürfte der Volkspark zu einem Hexenkessel werden.

Auch Trainer Markus Gisdol ist das Abstiegsgespenst wohlbekannt. Im April 2013 übernahm er die TSG Hoffenheim in fast aussichtsloser Situation sieben Spieltage vor Schluss und rettete das Team am Ende über die Relegation.

Sein jetziges Team holte aus den letzten fünf Spielen nur zwei Punkte, beide aber durch ein Unentschieden in den letzten zwei Partien. Durch das 1:1 in der Nachspielzeit auf Schalke letzte Woche schloss die Mannschaft nicht nur das Kapitel Direkter Abstieg, sondern verschaffte sich auch erst die Möglichkeit, am letzten Spieltag den 16. Platz noch zu verlassen. Der psychologische Vorteil dürfte aufgrund dieses späten „Erfolgserlebnisses“ also beim HSV liegen.

Die Ausgangslage vor dem Duell ist denkbar einfach: Der HSV muss gewinnen, um die Relegation zu vermeiden. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage muss Hamburg das dritte Mal in vier Jahren nachsitzen.

Nicht mithelfen kann am Samstag der Schalke-Torschütze Lasogga, der sich unter der Woche beim Training verletzte. Dazu fehlt neben Stammtorwart Renè Adler noch Dennis Diekmeier gelbgesperrt.

 

Während es am Samstag für den HSV ein in der letzten Minute erreichtes Endspiel ist, hatte es für den VfL lange so ausgesehen, als könne man dieses vermeiden. Das 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach hätte bei einer Niederlage des HSV auf Schalke gereicht. Nun fährt man nach Hamburg und weiß, man darf nicht verlieren.

Und so richtig krisenerprobt sind die Wölfe nicht. In Niedersachsen waren vor der Saison alle darauf eingestellt, um die Champions League mitzuspielen. Zwei Trainerentlassungen und einen geschassten Sportchef später findet der VfL sich im Abstiegsstrudel wieder.

Daniel Didavi kennt das von der letzten Saison, da ist er mit dem VfB Stuttgart abgestiegen. Diego Benaglio und Christian Träsch waren schon dabei, als Wolfsburg das letzte Mal im Abstiegskampf war. Aber die meisten anderen Spieler sind diese Situation ebenso wie der Trainer nicht gewohnt. Andries Jonker musste sich bei seinen bisherigen Trainerstationen nur selten mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen.

Die Hoffnungen liegen bei den Wölfen vor allem auf Mario Gomez. Zehn der 13 Tore unter Jonker erzielte der Nationalstürmer. Auch in den letzten beiden Partien traf er wieder. Ansonsten könnte noch der direkte Vergleich Mut machen. Die letzten elf Spiele hat Wolfsburg gegen den HSV nicht verloren. Am 12.02.2011 verlor man das letzte Mal gegen die Hamburger, damals 0:1 in Wolfsburg.

Verzichten muss Jonker am Samstag auf den verletzten Seguin und den gesperrten Bazoer. Unklar ist noch, ob Verteidiger Rodriguez auflaufen kann.

Wie geht das Spiel aus? Wenn auf beiden Teams so viel Druck lastet wie jetzt, gibt es so viele Komponenten jenseits der Form, der Qualität der Mannschaft und der Statistik, die zu beachten sind. Wer hat die Nerven besser im Griff? Wer kommt besser in die Partie rein? Deswegen sind solche Partien äußerst schwer zu tippen. Aufgrund des Momentums, des Heimspiels, der größeren Erfahrung im Abstiegskampf und der homogener wirkenden Mannschaft setzte ich mein Geld aber auf den HSV. Hier gibt es die Quoten.

 

 

 


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