HSV – Augsburg: Wie hoch schlagen die Flammen?

In der ganzen Fußballrepublik stellt man sich vor dem Wochenende eine Frage: Wo genau steht der HSV? Der Autor dieses Textes kommt aus und Hamburg und ist sich bewusst, dass er die überregionale Bedeutung dieser Frage nicht objektiv sieht. Es ist ihm aber egal.

Am letzten Sonntag hat mit dem HSV also nun endlich auch das letzte Bundesligateam den ersten Saisonsieg eingefahren. Nachdem bei den Hamburger in den letzten Wochen schon ein leichter Aufwärtstrend erkennbar war, wurde den Fans und Vereinsverantwortlichen nun ein fast schon vergessenes Glücksgefühl zuteil. „Objektiv“ betrachtet waren die Darmstädter aber auch so schwach, dass wohl die meisten der etwas ambitionierteren Zweitligisten ebenfalls drei Punkte aus dem Lilien-Gebiet entführt hätten. In Darmstadt war die Minusleistung des Meier-Teams dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte – es ist nun nicht mehr Norbert Meiers Team.

Der HSV hat am letzten Sonntag also nicht überragend gespielt, das war nach der Rekord-Negativserie und den Nebengeräuschen im Umfeld allerdings auch nicht zu erwarten. Aber wer um die hohe Bedeutung der Psyche im Profisport weiß, dem ist klar, dass manchmal schon der Funke eines einzigen Erfolgserlebnisses einen Flächenbrand auslösen kann. Auf einmal kommen Pässe an, die der Spieler sonst nicht mal versucht hätte, und Schüsse, die die körperliche Unversehrtheit von Fans auf den oberen Rängen bedroht hätten, landen unhaltbar im Winkel.

Ob das beim HSV passiert bleibt abzuwarten. Klar ist aber, dass sich so langsam erste Handzeichen von Gisdol im Spiel des HSV zeigen. Das sah über die Flügel in den letzten Wochen teilweise schon ganz gut aus, was die Hamburger fabrizierten. Wenn jetzt noch die Abwehr auch dann standhält, wenn die Gegner sich am Offensivfußball versuchen, besteht berechtigter Grund zur Hoffnung an der Elbe.

 

In Augsburg wissen sie noch nicht so richtig, was sie bisher von der ersten Saison im Post-Weinzierl-Zeitalter halten sollen. Unter Ex-Darmstadt-Trainer Schuster stehen die Fuggerstädter nach 13 Spielen mit 12 Punkten auf Platz 14 der Liga und haben sich anscheinend noch nicht entschieden, ob es in diesem Jahr gegen den Abstieg oder um einen Platz im gesicherten Mittelfeld gehen soll.

Nach einer Sieglosserie von fünf Spielen im Herbst haben die Augsburger nunmehr seit vier Spielen nicht mehr verloren. Die letzten drei Partien endeten dabei allesamt Unentschieden. Die jeweiligen Gegner bei den Punkteteilungen stehen mit Berlin, Köln und Frankfurt allesamt im oberen Bereich der Tabelle. Basis für die Leistungen zuletzt war vor allem die gute defensive Grundordnung der Augsburger, mit der Schuster wohl auch auf die Verletztenmisere im Offensivbereich reagierte.

Ein Sieg in Hamburg würde für den FC nun wohl eine relative entspannte Weihnachtspause bedeuten. Bei einer Niederlage hingegen müsste man in den beiden noch ausstehenden Partien gegen Gladbach und in Dortmund noch den einen oder anderen Punkt holen, um zur Jahreswende nicht unten drin zu stehen.

Mit der Kaderrückkehr von Koo und Gouweleeuw entspannt sich die Personalsituation bei Augsburg ein wenig, noch immer fehlen aber etliche Stammspieler. Für die Gäste wäre ein Punkt in Hamburg daher wahrscheinlich ein ordentliches Ergebnis, sodass es gut möglich ist, dass hinten wieder mal Beton angerührt wird. Schuster wird wissen, dass sich gegen die wackelige Hamburger Defensive schon die eine oder andere Chance ergeben wird.

Ob diese Herangehensweise Erfolg haben wird, hängt auch davon ab, wie hoch die Flammen in Hamburg nun schlagen. Die Quote zu diesem Spiel findet ihr hier.

 


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