Not gegen Elend aka HSV gegen Bremen

Der Norden ist schon lange keine Fußballmacht mehr. Die drei norddeutschen Bundesligamannschaften haben in dieser Saison zusammen 19 Punkte gesammelt, die würden aktuell für Platz 8 der Tabelle reichen. Wolfsburg steht da mit 9 Punkten auf Platz 14 noch am besten da, aber wer interessiert sich schon für Wolfsburg?

Alle Jahre wieder treffen sich der HSV und Werder Bremen nicht nur zum für die Fans vielleicht wichtigsten Duell der Saison, sondern auch zum Abstiegskracher, 6-Punkte-Spiel, Krisengipfel. Vorm aktuellen Abstiegskracher, 6-Punkte-Spiel, Krisengipfel ist der HSV ins Trainingslager gereist, um intensiv miteinander zu arbeiten, um sich aufs Sportliche zu konzentrieren, um den Zusammenhalt zu stärken. Weg von der Weltuntergangsstimmung, weg vom Theater um und in der Vereinsführung, weg aus Hamburg.

Alles andere als ein Sieg gegen die mit vier Niederlagen im Gepäck anreisenden Bremer könnte in Hamburg das randvolle Fass zum Überlaufen bringen. Es ist durchaus möglich, dass „Zauder-Didi“ dann gehen muss und beim HSV der große Kahlschlag vollzogen wird. Über mögliche „Retter“ wird in den Medien fleißig spekuliert. Bruchhagen, Magath, Hrubesch sind nur einige prominente Namen, die man hört. Vielleicht käme dann ja auch einer der Sportchef-Kandidaten, mit denen sich Beiersdorfer nicht einigen konnte?

Gewinnt der HSV gegen Bremen und startet danach eine kleine Serie, würde der Aufsichtsrat dem Präsidenten möglicherweise (warum auch immer) noch eine Chance geben. Die nachfolgenden Gegner sind mit Darmstadt, Augsburg und Mainz theoretisch durchaus schlagbar – aber was heißt das schon für den HSV?

In Bremen hingegen muss langsam befürchtet werden, dass man nach Viktor Skripnik einen zweiten U23-Coach zu vorschnell zum Chef gemacht hat. Nach sieben Punkten aus den ersten vier Spielen setzte es zuletzt vier Niederlagen in Folge für Nouri und sein Team. Gar nicht auszudenken, wie sich die Stimmung im sonst so beschaulichen Bremen wandeln könnte, sollte man jetzt auch noch beim gehassten Nachbarn verlieren.

Positiv dürfte Werder-Fans aber stimmen, dass Max Kruse und Claudio Pizarro mittlerweile wieder mitmischen. Auch wenn Kruse letzte Woche gegen Frankfurt der entscheidende Fehler vor dem Last-Minute-K.-o. unterlief und „Pizza“ vielleicht noch einige Wochen braucht, bis er in Topform ist, haben die Bremer zusammen mit Gnabry und Junuzovic jetzt nicht die schlechteste Offensive, die man sich vorstellen kann.

Allerdings war die Sturmabteilung auch nie das Problem an der Weser. Auch in dieser Saison hat Bremen aber mal wieder die schwächste Abwehr der Liga. Wie schaffen sie es nur immer wieder, Stammspieler für die Viererkette auszugraben, die wahrscheinlich selbst kaum glauben können, dass sie in der Bundesliga spielen dürfen?

Nun geht es gegen den HSV, der in den letzten beiden Partien doppelt so viele Tore geschossen hat, wie in den neun davor – nämlich vier. Wow! Zum Glück ist die Defensive des Dinos auch alles andere als sattelfest, es ist die zweitschlechteste nach Bremens. Und da Spahic und Cleber ausfallen, stellt sie sich sogar von alleine auf.

Als neutraler Beobachter darf man sich wahrscheinlich auf ein Torfestival und Chancen en masse einstellen. Als Fan einer der beiden Mannschaften eher auf einen angespannten Samstagvormittag und einen Abend, der entweder fast schon vergessene Glücksgefühle hervorruft oder heulend unter der Dusche verbracht wird.

Mein Tipp? Ich sage, der HSV nutzt den „Schwung“ aus dem 2:2 in Sinsheim und feiert den ersten Saisonsieg. Die Quoten zum Spiel findet ihr hier.


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